15. März 2014, Congress Park Hanau

„Mein unglückseliges Gehör plagt mich hier nicht,

ist es doch, als ob jeder Baum zu mir spräche auf

dem Lande heilig, heilig! Im Walde Entzücken!“

Ludwig van Beethovens „Pastorale“ versinnbildlicht

treffend eine besondere Beziehung, in der

die schmerzliche Situation des Hörleidens die

allgemeine romantische Sehnsucht nach der

Reinheit der Natur noch verstärkt. So steht

sie zwischen genregemäßen Zügen wie dem

plastisch-drastisch inszenierten Donnerwetter

und frei fließender, transparenter Musik, die

andererseits mit einem idealistischen Bild des

Landlebens nur unzureichend beschrieben ist –

Musik einer auch subjektiven und hier ganz unpolitischen

Freiheit.

Als Natur-Musik, wenngleich nie explizit als solche

benannt, gilt auch der Grundton der Peer

Gynt-Schauspielmusik von Edvard Grieg. Zu naheliegend

ist der Gedanke, dass der zeitlebens

der Natur und den Mythen seiner Heimat eng

verbundene Grieg Sätze wie die „Morgenstimmung“

ohne die Inspiration der norwegischen

Landschaft kaum hätte schreiben können.

Der Echo-Preisträger Lutz Koppetsch musiziert

gegenüber der uralten Natur ein Solowerk für

das jüngste klassische Blasinstrument: Bertold

Hummels zeitgenössische und gleichzeitig ereignisreiche

wie musikalisch einprägsame 1996 uraufgeführte

„Musik für Saxofon und Orchester“,

bei der der optische Goldschimmer des Instruments auch musikalisch voll zum Tragen kommt.

Edvard Grieg (1843-1907)
Peer Gynt – Suite aus op.23/46/55
Bertold Hummel (1925-2002)
Musik für Saxofon und Orchester op.96b
Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Sinfonie Nr.6 F-Dur „Pastorale“, op.68

Solist:
Lutz Koppetsch, Saxofon
Dirigent:
Steven Lloyd Gonzalez

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