10. Mai 2014,

Sprühende Farben, romantische Archetypen und klare, grandiose Architektur – nach der Naturkomposition der „Sechsten“ folgt die triumphalste chorsinfonische Komposition der Epoche oder vielleicht überhaupt: Seine „Neunte“ mit dem Schlusshymnus nach Friedrich Schillers „An die Freude“. Beethoven, zur Zeit der Komposition schon ertaubt und immer aufs Neue um Lebensbejahung kämpfend, entwirft ein Werk, das die das ganze Jahrhundert durchziehende Entwicklung durch Nacht zum Licht exemplarisch ausführt: vom dramatisch durchdrungenen, groß angelegten Eingangssatz über das vor Energie geradezu berstende Scherzo hin zum monumentalen, von Esprit und Glanz
sprühenden Finalsatz –

„Freude, schöner Götterfunken“.
Das der göttlichen Sphäre wie derjenigen der Natur gleichermaßen entspringende „ewige“ Licht der Sonne ist der Kern von Philip Glass‘ 1984 uraufgeführter Oper „Akhnaten – Echnaton“,weniger musikdramatischer Natur, sondern eher ein szenisches Charakterbild des bemerkenswerten Pharaos, der im 14. Jahrhundert vor Christus in Ägypten eine monotheistische
Staatsreligion einführte – den der Sonne gewidmeten Aton-Kult. Glass‘ glasig-statische, auch Neue-Musik-Ungewohnten gut eingängige Tonsprache verwendet unter anderem ägyptische
und akkadische Texte, teilweise aus originalen Pyramideninschriften.

Philip Glass (*1937)
Echnaton-Hymnus
Ludwig van Beethoven(1770-1827)
Sinfonie Nr.9 d-moll/D-Dur, op.125 „An die Freude”

Chöre am Fuldaer Dom und Solisten
Einstud.: Domkapellmeister Franz-Peter Huber

Dirigent:

Steven Lloyd Gonzalez

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