8. Februar 2015, Capitol Theater Offenbach

CAPITOL CINEMA LOUNGE

Der Golem, wie er in die Welt kam
So., 8. Februar 2015

Praeludium: 16.00 Uhr
Konzertbeginn: 17.00 Uhr
Capitol Theater Offenbach

Expressionistisches Gesamtkunstwerk

Paul Wegener/Jens Troester
(1874-1948/*1970)
Der Golem
Stummfilm
mit Uraufführung
der Stummfilmmusik
von Jens Troester

Neue Philharmonie Frankfurt
Dirigent: Jens Troester

Würden Sie sich den Schritt in eines der psychologisch suggestiven Bilder von Edvard Munch trauen? Träumen Sie vielleicht manchmal sogar davon, den Raum hinter den Meisterwerken des Expressionismus zu betreten? Paul Wegeners epochales Meisterwerk „Der Golem“ von 1920, das selbst in den der Stummfilmästhetik so fremden Nachkriegsjahren als ein Meisterwerk der deutschen Filmkunst geführt wurde, gibt Ihnen den Schlüssel dazu in die Hand. Die Kulissen, die wie in Munchs Fantasien mal auf den Protagonisten einzudrängen scheinen, mal vor ihm zurückweichen, schuf der bedeutende Architekt Hans Poelzig. In dieser hochartifiziellen Traumsphäre entfaltet Wegener eine zeitgenössische Adaption der uralten jüdischen Prager Legende vom Golem – dem künstlichen Menschen aus Lehm, dem der legendäre Rabbi Löw das lebensspendende Wort auf die Brust setzt und ihn zum Leben erweckt – mit den bekannten schlimmen Folgen, in denen der Golem schließlich die Stadt in Angst und Schrecken versetzt.

Zu diesem Meisterwerk gab es aus bedauerlichen Gründen mittlerweile kein aufführbares kein musikalisches Äquivalent im Stil der Zeit mehr. Jens Troester hat für den eineinhalbstündigen Film eine meisterhafte Partitur geschrieben, die untergründige Schattenwelten wie dramatische Szenerien packend musikalisch korrespondiert und eine suggestive Klangwelt zwischen spätester Romantik, musikalischem Epressionismus und zeitgenössischen Akzenten findet, um das Werk zum Stil der Zeit passend zum Gesamtkunstwerk werden zu lassen.

DerGolem
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