14. Mai 2017, Capitol Theater Offenbach

Carmina Burana

Rausch des Lebens…

Eine pralle Stunde Lebensfreude und Sinnlichkeit, gerahmt von Philosophie, die selten so funkensprühend besungen worden sein dürfte wie im erfolgreichsten klassischen Musikwerk des 20. Jahrhunderts – das ist Carl Orffs 1936 uraufgeführte „Carmina burana“. Hier pulsieren Rhythmen, die an elektrisierender Kraft den Vergleich mit den besten Beats der Neuzeit nicht zu scheuen brauchen, mit dem Klang des Elementaren um die Wette. Dabei geht es um nichts weniger als um das Leben! Der Abt von Cucanien aus dem Saufland reißt seinen männerchorischen Konvent sonor zum Dienst am Bierkrug mit und die Damen hauchen Lateinisch-Laszives zur schönsten Nebensache der Welt. Mit gewaltigen Chören im Rausch von Glocken und Klavieren zu Beginn und Schluss wird dabei das Schicksal besungen. Alles sprudelnde Leben ist nur ein Auszug aus dem großen, unerbittlich fortgeschriebenen Buch der Jahrhunderte, Jahrtausende und Ewigkeiten.
Dem imposanten Werk gegenüber steht die 1. Suite aus Aram Chatschaturjan 1942 ge- schriebenem Ballett „Gayaneh“. Komponiert ist sie unter den Bedingungen des Sozialis- tischen Realismus‘ und damit auch politische Musik. Aber im weitesten Sinn ist sie dies so sehr, dass der weltberühmte Säbeltanz sogar Billy Wilder dazu inspirierte, in „Eins, zwei, drei“ anno 1961 Lilo Pulver dazu vor Funktionären auf dem Tisch tanzen zu lassen.

Aram Katchaturjan (1903-1978)
1. Gayaneh-Suite und Säbeltanz (1942)

Carl Orff (1895-1982) Carmina Burana
Lieder aus der Benediktbeurer Handschrift. Weltliche Gesänge für Soli für Chor mit Begleitung von Instrumenten (1935/36)

Chelsey Schill, Sopran
Joaquin Asiain, Tenor
Patrick Ruyters, Bariton
Frankfurter Singakademie (Einst.: Jan Hoffmann)
Neue Philharmonie Frankfurt
Dirigentin: Anna Skryleva

So., 14. Mai 2017
Praeludium: 16.00 Uhr
Konzertbeginn: 17.00 Uhr

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