27. April 2019, Congress Park Hanau

Russland zum Ersten
Michail Glinka, der „Vater der russischen Musik“, setzte mit seinen Werken Maßstäbe: Schwelgerische Melodik, brillante Orchesterfarbenund mitreißender rhythmischer Drive prägen die Ouvertüre zu seiner zweiten Oper „Ruslan und Ljudmila“ und werden zum Markenzeichen russischer Musik für die nächsten gut 100 Jahre.

Russland zum Zweiten
In Glinkas Werk stecke die gesamte russische Symphonik „wie eine Eiche in der Eichel“ – soder berühmteste Komponist der nächsten Generation, Peter Tschaikowsky. Sein Violinkonzertentstand 1878 am Genfer See, wo sich derKomponist von einem missglückten Eheversuch erholte. Das gelang prächtig – genauso das Konzert:
Heute zählt es neben den Konzerten von Beethoven, Mendelssohn, Brahms und Sibelius zu den „Top 5“ der Literatur für Solo-Violine undOrchester.

Russland zum Dritten
Und Tschaikowsky gab den Stab weiter: Bis zu seinem Tod 1893 zählte er zu den engagiertesten Förderern des jungen, dreifach begabten Sergej Rachmaninov. Der souveräne Dirigent und erfolgreiche Komponist wurde, nach der Flucht aus dem revolutionären Russland, zu einem der besten Pianisten des 20. Jahrhunderts. Seine brillanten Aufnahmen bezeugen das bis heute.
Rachmaninovs 2. Sinfonie ist zweifellos ein Gipfel symphonischer Spätromantik: Eine nicht enden wollende Fülle an Melodien, eine kaum zu übertreffende Melancholie durchzieht das gesamte Werk, vom grüblerischen ersten Satz bis zur mitreißenden finalen Tarantella. Unvergesslich auch das Adagio mit dem berühmten Klarinettensolo des Anfangs: ein Stück für die ganz einsame Insel. Rachmaninov hatte es zu Lebzeiten schwer bei Kollegen und
Kritikern: Groß der Neid bei ersteren, kategorisch die Ablehnung bei letzteren. Das Publikum jedoch hält ihm bis heute die Treue.

Neue Philharmonie Frankfurt
27. April 2019, Congress Park Hanau
Konzertbeginn: 19.30 Uhr

RZ_CPS2019-GRIMMS Stopper 42,75x50.indd
Share
iCal Import