12. Oktober 2019, Congress Park Hanau

104 Meisterwerke
28 Jahre lang stand Joseph Haydn im Dienst des Fürsten Esterházy – weitab der großen Musikzentren Europas, weitab von Wien. Doch die Abgeschiedenheit begünstigte offenbar die
Entwicklung eines Genies: Als der Fürst 1790 starb, war Haydn ein Komponist, um den sich die musikalische Welt geradezu riss. Er nahm eine hoch dotierte Einladung nach London an. Bei seiner Ankunft jubelte die britische Presse über „the arrival … of the great musician Haydn“. Eine Musik sei wie ein „reines, helles Wasser“,
so ein zeitgenössischer Kritiker. Die erste der “Londoner Sinfonien“ (Nr.96) sprüht geradezu vor Ideenreichtum, Witz, instrumentaler
Raffinesse und Ausdrucksvielfalt. Sie ist ein Meisterwerk, ebenso wie die 95 davor und die sieben, die noch folgen sollten.

„Fast schon Sinfonie“
„Ein ganz ein kleines Klavierkonzert (…) mit einem ganz einem kleinen, zarten Scherzo“ – beschrieb Johannes Brahms augenzwinkernd sein 2. Klavierkonzert. Man lasse sich davon nicht täuschen: Dieses Konzert ist eines der längsten und pianistisch anspruchsvollsten der Literatur. Und eines der wenigen viersätzigen. Mit einem so ganz und gar nicht „kleinen, zarten“, sondern vielmehr stürmisch aufbrausenden Scherzo rückt das Konzert in die Nähe der Sinfonie. Doch Brahms gelingt es auf nahezu ideale Weise, pianistische Virtuosität und ausgedehnte
sinfonische Architektur in Einklang zu bringen.

Hochexpressionismus
Am Anfang war Haydn, in der Mitte Brahms und am Ende der deutsch-österreichischen Musiktradition steht Anton Webern. Werke wie die “Variationen für Orchester“ von 1940 waren
unglaublich einflussreich und sind ganz und gar einzigartig, ein Anschlag auf die Sinne: scharf, bitter, sauer und süß – alles in höchster Konzentration und sagenhafter Kürze.Neue Philharmonie Frankfurt
12. Oktober 2019, Konzertbeginn 19.30 Uhr

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