Frank Sinatra isst den Toast Hawaii der Musikgeschichte. Wo? Bei der Neuen Philharmonie Frankfurt – in einer sprühenden Amerika-Hommage, die schon nach kürzester Zeit zu einem weiteren legendären Länder-Programm geworden ist. Mit vielen Tausend Besuchern und einer exzellenten DVD-Produktion. Toast Hawaii?? Na ja: Weil eben das ‚Anything Goes‘, das Cole Porter in einem paradigmatischen Song auf die Bühne warf, in Amerika eben schon immer auf ein Maßstab der Kunst war. Alles erlaubt: Leonard Bernstein als größter amerikanischer Dirigenten-Star des 20.Jahrhunderts schreibt Musicals – das dürfen Sie sich ungefähr so vorstellen, wie wenn Herbert von Karajan die Musik zum ‚Wirtshaus im Spessart‘ geschrieben hätte. So ist das Programm: musikalisch ohne Grenzen, lebendig, glamourös, frisch, rockig, schillernd – so wie die einzigartige Musikgeschichte eines einzigartigen Landes.

Mit George Gershwins ‚Rhapsody in Blue‘, Leonard Bernsteins ‚Candide Ouverture‘ und Antonin Dvoraks Finale der neunten Sinfonie ‚Aus der neuen Welt‘ schon mal ein rundes und sehr unterhaltsames Klassik-Programm – mit dem exzellenten schottischen Konzertpianisten Gavin Brady am Flügel. Mit einer kompletten kleinen Revue aus der exzentrischen ‚Rat Pack‘-Ära – von ‚New York, New York‘ über ‚Somethin‘ Stupid‘ bis ‚My Way‘. Eine der größten Filmmusiken überhaupt, Ennio Morricones ‚Once upon a Time in the West‘ malt das große alte Amerika, fast schon ein bisschen parodistisch gewürzt mit dem Country-Klassiker pur, Stan Jones‘ unverwüstlichem ‚Riders in the Sky‘. Die Freiheitsstatue ersteht in majestätischem Blechbläser- und Rock-Sound in Aaron Coplands ‚Fanfare for the Common Man‘ – und ihrer prog-rock-mäßigen Dampfhammer-Auslegung von Emerson, Lake & Palmer. Am Schluss gibt’s noch mal die prickelnd leichte Variante des US-Patriotismus, John Philipp Sousas trillernden und brummenden Meistermarsch: ‚Stars’n Stripes forever‘!


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