Christian Schumann geben die Orchester, wenn er einmal da war, nicht so schnell wieder her. Bei uns ist das genauso. Es war auch bei der Münchner Staatsoper so. Er dirigierte in den heiligsten Hallen bayerischen Musiktheaters mit 27 Jahren zum ersten Mal das Bayerische Staatsorchester mit einer komplexen zeitgenössischen Oper – die Staatsoper behielt ihn umgehend quasi (um im Vokabular der anderen ‚großen‘ Bayern zu bleiben) im Kader. Bei der Neuen Philharmonie Frankfurt war es ähnlich. Christian Schumann kam, dirigierte Stummfilm mit Live-Orchester (immerhin eine nicht ganz unvertrackte Uraufführung) und überzeugte auf ganzer Linie mit der Qualität, auch bei ganz komplizierten Themen ausgeruht und sicher das Team zum Sieg über schwierige Partituren zu führen.

2007 war er mit dem Dirigier- und Kompositionsstudium in Weimar fertig und gewann gleich erst einmal beim Internationalen Dirigierwettbewerb in Budapest den ersten Preis. Gelernt hat er unter anderem bei Pierre Boulez und Kurt Masur, zusammengearbeitet mit Gustavo Dudamel (ja, den vom legendären Venezuelanischen Jugendorchester), Peter Eötvös oder dem Stummfilm-Großmeister Frank Strobel. Zwei Spielzeiten war er fest am Theater St.Gallen engagiert, seitdem ist er freischaffend bei vielen renommierten bis herausragenden Orchestern im In- und Ausland tätig. Im Abschlusskonzert der ‘International Allianz Academy for Conductors‘ dirigierte im Übrigen schon mit 25 Jahren das Philharmonia Orchestra London in der Royal Albert Hall – kein übler Start…


Share