Dunkelromantisch, dramatisch, eine Reise durch Melancholie, Liebe und ein Hauch Gruseln – ein Programm wie ein Bilderzyklus mitten aus dem 19. Jahrhundert. Zwei Schauerballaden mit einem hervorragenden Operntenor: Franz Schuberts ‚Erlkönig‘ in der dämonischen Instrumentierung von Hector Berlioz. Und ‚Ohne Dich‘ von Rammstein. Lassen Sie die Komponistennamen weg: Die uferlose Trauer und sangliche Melodiösität der Ballade der ‚Neue Deutsche Härte‘-Rocker, bei uns ganz ohne Band gespielt, könnte von Schuberts Nachbarn geschrieben worden sein. Richard Wagners ‚Fliegender Holländer‘ leitet in die dunklen Sphären ein, samt dem schwungvollen Matrosenchor mit Männerchor und Orchester intoniert – danach Metallicas Adagio-Samt von ‚Nothing else matters‘ und Klaus Doldingers epochale ‚Das Boot‘-Filmmusik.
Modeste Mussorgskys Hexensabbat-Szenerie der ‚Nacht auf dem kahlen Berge‘ mit dazu komponiertem Rock-Finale ist Hardrock-Klassik, während Camille Saint-Saëns‘ ‚Danse Macabre‘ skurrile Setzkasten-Musik mit leichtem Geisterstunde-Charme abgibt – Tim Burton im Frankreich des 19. Jahrhunderts – gegenüber vom ‚Hotel California‘ der Eagles. Enyas tränensüßes ‚Only Time‘, eines der charismatischsten Werke seiner Zeit überhaupt. John Williams‘ ‚Darth Vader‘ kommt mit dem ‚Imperial March‘ düster-kraftvoll auf die Bühne, Falco schaut auf nahezu übersinnliche Weise in ‚Out oft he Dark‘ ins Jenseits voraus – und Rolling-Stones-Musik schließt mit ‚Sympathy for the Devil‘ das Konzert mit dunkler Rockmusik vom Allerfeinsten.


Natürlich ist auch dieses Programm gespickt mit kleinen schrägen Details – insbesondere dem ‚Sweet Transvestite‘ aus der unvergesslichen ‚Rocky Horror Picture Show‘, der einen Glanzpunkt der nun wirklich sehr eigenen Art plaziert…

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