Persönlich
Weihnachten 1870: Cosima erwacht in ihrem Haus am Vierwaldstätter See zu Musik ihres Mannes Richard Wagner. Das Siegfried-Idyll verarbeitet Melodien aus der gleichnamigen Oper zu einer musikalischen Liebeserklärung an Cosima und den gemeinsamen Sohn Siegfried. Eines der ganz wenigen Werke Wagners abseits der Oper, eine exquisite Tondichtung, die den „Magier von Bayreuth“ von seiner persönlichsten Seite zeigt.
Ungewöhnlich
Wenn er nicht gerade Filme von Fellini, Zefirelli, Visconti und Coppola mit Musik versah, komponierte Nino Rota unermüdlich weiter: Opern, Ballette, Vokal- und Instrumentalmusik von höchster Qualität. 1977 schrieb er dem Fagott ein melodiöses, sympathisches Konzert auf den Leib, ein Stück, das die klanglichen Möglichkeiten des Soloinstruments perfekt zur Geltung bringt.
Rekordverdächtig
Nicht weniger als vierzehn Weihnachtslieder packt der Amerikaner Morton Gould in die knapp fünfzehn Minuten seiner Serenade of Carols. Dass sie trotzdem nicht überladen wirkt, sondern vielmehr fröhlich leicht und ganz ungezwungen daher kommt, bezeugt die Kunst des Komponisten. Gould zählt zu den Meistern des „Cross-over“: Wie Gershwin vor und Bernstein nach ihm verschmolz er locker und lässig Populäres mit Ernstem und war auch als Pianist und Dirigent erfolgreich unterwegs.
Überraschend
Joseph Haydns Vierundneunzigste – die mit dem Paukenschlag! – zählt zu seinen bekanntesten Sinfonien. Wollte der 62-jährige Komponist damit schläfrige Konzertbesucher aufwecken? Kaum: 1792, während seiner zweiten Saison in England, war Haydn der Darling der Londoner High Society. Jedem neuen Werk wurde mit gespanntester Aufmerksamkeit gelauscht, der Witz, Charme und Esprit seiner Musik rissen das Publikum regelmäßig zu Begeisterungsstürmen hin.
Programm:
Richard Wagner (1813-1883) – Siegfried-Idyll
Nino Rota (1911-1979) – Fagottkonzert
Glenn Gould (1932-1982) – Serenade of Carols
Joseph Haydn (1732-1809) – Sinfonie 94
Hanno Dönneweg | Fagott
Jens Troester | Dirigat
Im Konzertsaal hören Sie um 18:30 einen Vortrag des Chefdirigenten über das Programm. Der Vortrag dauert 30 Minuten bei freier Platzwahl
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